Besondere Gottesdienste in einer besonderen Zeit

 

In den vergangenen Wochen war es uns nicht möglich, in der Lutherkirche zusammenzukommen. Trotzdem haben wir jede Woche Gottesdienst gefeiert: Zuhause die „Gottesdienste zum Mitnehmen“, in der Offenen Kirche jeder und jede für sich in der Stille oder Gottesdienste im Internet und Radio.

 

Mit begrenzter Teilnehmerzahl und unter Beachtung eines umfassenden und sehr restriktiven Regelwerkes ist es jetzt wieder erlaubt, gemeinsame Gottesdienste in der Kirche zu feiern und die Sehnsucht danach ist bei vielen groß.

 

Gleichzeitig haben nicht wenige von uns Sorge, in der Kirche mit einer größeren Anzahl von Menschen zusammenzukommen. Und müssen wir unter allen Umständen zum jetzigen Zeitpunkt an der gängigen Form unserer 10 Uhr Gottesdienste festhalten? Mit vorgeschriebenen Plätzen, Mundschutz und Singverbot? Mit Registrierung am Eingang, einem Ordnungsdienst zur Einhaltung des Mindestabstandes und einer möglicher Abweisung von GottesdienstbesucherInnen, wenn die zugelassene maximale Teilnehmerzahl erreicht ist?

 

Auf seiner Sitzung am 5. Mai hat sich der Kirchengemeinderat mit dieser Frage beschäftigt und ist zu dem Entschluss gekommen, dass wir in dieser außergewöhnlichen Zeit und unter diesen besonderen Voraussetzungen eine andere Gottesdienstform ausprobieren wollen. Die Idee ist, den Gottesdienst nicht wie gewohnt in einer Stunde zu feiern, sondern ihm zeitlich viel mehr Raum zu geben. In einer Situation, in der wir Abstand voneinander halten müssen, wollen wir den Gottesdienst über den ganzen Tag hinweg ausspannen. So können wir Gottesdienst feiern, ohne dass wir alle zur gleichen Zeit in der Kirche sind.

 

Sonntags wird daher die Kirche von 10 – 16 Uhr zum Gottesdienst geöffnet sein. Es gibt zu bestimmten Zeiten Lesungen, Gebete, eine Auslegung, Zeiten der Stille, Orgelmusik, Fürbitten, Segensworte. Vielleicht erschließt sich uns so mancher Teil unseres Gottesdienstes durch diese zeitliche Weitung auf ganz neue Weise? Vielleicht kommt uns diese extreme Verlangsamung entgegen? Vielleicht werden wir aber auch erkennen: Das ist eine Notlösung aber kein Gottesdienst, der uns im Glauben stärkt.

 

Der Kirchengemeinderat hofft, dass Sie bereit sind und vielleicht sogar Lust dazu und Freude daran haben, diesen Versuch mit frischem Geist und in evangelischer Freiheit mitzugehen und in dieser außergewöhnlichen Situation Ungewöhnliches auszuprobieren.

 

Wenn Sie bei der Gestaltung der Gottesdienste mitwirken möchten oder für Rückmeldungen, Gedanken, Ideen und Kritik schreiben Sie gerne dem Kirchengemeinderat über die Emailadresse von Pastor Begas: begas@lutherkirche.net