"Für die Kinder von Tschernobyl"

                                                              

 

                                              Eine Initiative in Bahrenfeld und Groß-Flottbek
 
       getragen von der Luthergemeinde und Mitgliedern der Melanchthongemeinde Groß-Flottbek      
 
 
Die vergessene Katastrophe

Der 4. Block des Atomkraftwerkes explodierte am 26. April 1986 im ukrainischenTschernobyl.

Seitdem sind mehr als 30 Jahre vergangen. Die Zeit einer Generation.

Der weißrussische Staat, über dem damals 70% der gesamten Radioaktivität niedergegangen ist, verbreitet für sein Land die Siegesnachricht, dass die Folgen der Katastrophe weitgehend beseitigt sind.

 Das aber ist eine Schutzbehauptung, denn in Weißrussland wird nun selbst ein Atomkraftwerk gebaut. Und dafür braucht sogar ein so autoritäres Regime wie das in Weißrussland das zumindest schweigende Einverständnis seiner Bewohner.

Aber auch bei uns herrscht die Ansicht vor, dass nach 30 Jahren die Folgen der Katastrophe abgeklungen seien.

 

Aber die Katastrophe ist keineswegs zu Ende...

 

 
„Täglich essen wir Tschernobyl“,
sagt Svetlana Alexijewitsch (Literaturnobelpreisträgerin). Denn auch wenn die Lebensmittel, die in die Geschäfte oder auf die staatlich kontrollierten Märkte kommen, auf ihre radioaktive Belastung kontrolliert werden, so erfährt man nichts über die zu- lässigen Grenzwerte.

                                                            

Und jene Lebensmittel, die auf den Dörfern oder auch in den Städten im eigenen Garten angebaut werden, gelangen ohne jede Prüfung in die Nahrungskette.

Zwar betragen die Halbwertzeiten von Cäsium 137 und Strontium 90 „nur“ 30 bzw. 29 Jahre, aber das sind eben nur die Halbwertzeiten. Nach dieser Zeit zerfällt zwar die Hälfte der Radioaktivität etwa von Cäsium 137, aber diese Hälfte verwandelt sich nicht in Nichts, sondern in andere, wenn auch oft weniger radioaktive Elemente. Nun ist gerade diese verbliebene Niedrigstrahlung, die heute besonders die Kinder und Jugendlichen in ihrem Wachstumsalter bedroht.

Dazu kommt die Tatsache, dass etwa Schilddrüsen- und Herzkreis-lauferkrankungen in den vergangenen 10 Jahren nicht etwa ab-, sondern dramatisch zugenommen haben.

Die Kinder, die wir seit 1991 alle zwei Jahre zur Erholung einladen,

sind nicht akut krank.

  Die Niedrigstrahldosis, der sie aber  ständig ausgesetzt sind, bewirkt gerade im Wachstumsalter nicht nur eine Immunschwäche,die als „Tschernobyl-Aids“ bezeichnet wird, sondern auch eine Disposition für spätere sehr viel schwerere Erkrankungen.   

 

 

 

 

 

 

 

 

Unsere“ Kinder kommen vor allem aus Dörfern,

die am Rande der Todeszone liegen.

Weil die radioaktiv belastete Nahrung aber

im gesamten Land auf den Tisch kommt,

sind die Kinder aus anderen Landesteilen

nicht weniger gefährdet.

 

 

 

 

 

 

 

In der Freiluftschule Wittenbergen

 

 genießen die Kinder 4 Wochen lang die gute Luft, die gesunde Ernährung und eine „Auszeit“ von der sonst alltäglichen psychischen Belastung. Dadurch werden die körpereigenen Abwehrkräfte der Kinder gestärkt. Eine solche Erholung hält in der Regel zwischen 4 und 6 Monaten vor, also vom Spätsommer in Hamburg bis fast über den weißrussischen Winter.

 

 

 

 

Alle Kinder werden zahnärztlich untersucht und gegebenenfalls behandelt. Und natürlich gut eingekleidet und mit neuem Schuh- werk ausgestattet.

 

 

 

 

 

 

 

 

Viele Reisen nach Weißrussland

(die alle privat bezahlt werden), haben uns die Lebensbedingungen der Kinder vertrauter gemacht.

Aber sie haben uns auch viele bittere Spuren der deutschen Vergangenheit aus dem 2. Weltkrieg gezeigt,

auf deren Hintergrund die Begegnungen für uns Deutsche oft von überwältigender Gastfreundlichkeit waren.

 

                                          

 

Wir sind auf Spenden angewiesen.

Wir danken deshalb ganz herzlich allen, die diese Arbeit für die weißrussischen Kinder unterstützen. Namentlich sei der Lionsclub Blankenese genannt, die Krosche- und die Hildegard-Sattelmacher-Stiftung, das Sozialwerk des Othmarscher Bürgervereins sowie das Bezirksamt Altona. Den vielen Einzelspendern gebührt ebenso großer Dank. Gerade sie ermutigen uns, diese Hilfe auch in schwieriger gewordenen Zeiten fortzusetzen.

Unser Spendenkonto:

Luthergemeinde Bahrenfeld bei der Hamburger Sparkasse IBAN: DE49 200 50550 1048 2100 56

Kontakte

Einhard Kossatz Tel.: 893732             e-mail: einhardkossatz@alice-dsl.de

Hartwig Röhrs, Tel.: 895271                e-mail: hartwig.roehrs@gmx.de

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Stand 2017